Seit dem 27. September 2026 erinnert eine Stolperschwelle vor der Oderberger Sporthalle an die ausländischen Zwangsarbeiter des Zweiten Weltkriegs, die in zwei Rüstungswerken oder bei Oderberger Bauern und Gewerbetreibenden arbeiten mussten. An der Zeremonie nahmen die ukrainische Botschaftsrätin Natalia Chernopaschenko, der Erste Beigeordnete des Landkreises Barnim Holger Lampe, der Amtsdirektor Jörg Matthes sowie viele Einwohner teil. Im Anschluß folgte die szenische Lesung "Liebe stärker als der Krieg“ mit Tanzeinlagen des Theaters „Okno“, die auf ein Strafverfahren aus dem Jahr 1942 gegen deutsche Frauen wegen „verbotenen Umgangs mit Kriegsgefangenen“ zurückgeht. Ein Film mit einer Auflistung überlieferter Namen der Zwangsarbeiter schloss das Gedenken ab).
Bereits vor der Veranstaltung wurden in der Stadt sieben Stolpersteine für Opfer der NS-Rassenhygiene verlegt. Ihre Lebensläufe werden im sechsten Band der Oderberger Geschichten des Binnenschifffahrtsmuseums beschrieben.
Anbringung einer Gedenktafel für Waldemar Klempin im Rahmen der Stiftung „Die letzte Adresse“ am Freitag, 23. Mai 2025.
Am 22. September 2024 wurden fünf Stolpersteine verlegt:
In der Hermann-Seidel-Straße wird jetzt an Richard, Elise und Leo Kempe erinnert, die im August 1939 als letzte jüdische Familie aus Oderberg vertrieben wurde. Ihnen gelang die Flucht nach Chile, wo alle Familienmitglieder in den 50er Jahren verstarben.
Ein weiterer Stolperstein wurde für Frieda Gobitz verlegt, die in der Angermünder Straße Inhaberin eines Konfektionsgeschäfts war (später als Treppenkonsum bekannt). 1938 zog sie nach Berlin und musste später das Grundstück zwangsweise verkaufen. Sie starb 1941, kurz vor Beginn der Deportationen.
Regina Moser war die Tochter eines jüdischen Frisörs aus Oderberg. Das Haus der Eltern in der Angermünder Straße wurde nach deren Tod veräußert und sie lebte 1932 in Westfalen. 1942 kam sie zuerst in das KZ Theresienstadt und wurde dann im Vernichtungslager Treblinka ermordet.
Bereits am 5. Oktober 2023 verlegte der Künstler Gunter Demnig zwei Stolpersteine in der Angermünder Straße Nr. 53 und Nr. 6 in Erinnerung an Walter Blumenthal und Joseph Emil Gobitz, die in Auschwitz und Kulmhof ums Leben kamen.